Nahrungsergänzung

Normaler Darm versus KotsteineDarmfunktion und Verdauung

Als ich früher meine Patienten befragte ob sie Probleme mit der Verdauung hätten, sagten die meisten: "nein, ich habe täglich Stuhlgang". Leider sagt der tägliche Stuhlgang alleine noch nicht viel über unsere Verdauung aus.Viele Menschen mit täglichem Stuhlgang haben eine chronische Darmreizung oder allergieähnliche Schleimhautreaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel wie Weizen oder Kuhmilch, oder eine Fäulnis wegen z.B. unverdauter Fette. Aufgrund der Schleimhautreizung wird der Nahrungsbrei dann schneller weitertransportiert und es kann weniger von dem enthaltenen Wasser zurück resorbiert werden. Obwohl die von mir befragten Patienten also täglich Stuhlgang hatten, war dieser nicht „gesund“, sondern zu weich bis breiig und begleitet von meist starkem Gasabgang. Lesen Sie worauf es bei unserer Ausscheidung ankommt und wie eine optimale Verdauung erreicht wird.

Helmut Kohl: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt."

Unser Verdauungssystem kann entweder der Quell von Energie und Wohlbefinden sein, oder die Wurzel zahlreicher Beschwerden von depressiver Verstimmung über Gelenksbeschwerden und Hautreizungen bis hin zu Fußpilz. Woran erkenne ich nun, ob meine Verdauung in Ordnung ist? Wir kommen jetzt zu einem Thema, das normaler Weise nicht Gesprächsstoff bei geselligen Abenden ist und trotzdem ist es eine Angelegenheit die viele von uns mit großem Interesse verfolgen. Und das mit gutem Grund. Der Verdauungstrakt und sein Endprodukt sind ein Barometer für die Funktion unseres gesamten Organismus. Schon der Kaiser von China hatte mehrere Ärzte die sich hauptsächlich über die Ausscheidungen ihres Regenten beugten um so seine Gesundheit zu beurteilen. Ja, es geht um unseren Stuhl. Der berühmte österreichische Arzt Dr. Franz Xaver Mayr bezeichnete die Darmsanierung als "Wurzelbehandlung" und als "königlichen Heilweg".

Wie ist der ideale Stuhl beschaffen?

Laut Franz- Xaver Mayr ist der ideale, gesunde Stuhl wurstförmig, bis zu vier Zentimeter dick und bis zu 20 Zentimeter lang. Er ist fest, wie gut durchgearbeiteter Brotteig, schwer, gasfrei und geht im Wasser unter. Auch ist er glatt, hat eine glasige Oberfläche und ist fast geruchslos! Eine gesunde Darmentleerung geht in relativ kurzer Zeit vor sich (ca. 10 Sekunden), ist kaum von Winden begleitet und beschmutzt den After kaum (das heißt man bräuchte fast kein Klopapier). Ein bis zwei Stuhlgänge pro Tag sind normal.

Wenn Sie sich nach dem Geschäft umdrehen und nicht diesen idealen Stuhl erblicken, dann ist Ihre Verdauung nicht optimal und es können sich nach und nach chronische Probleme einstellen. Hier sind ei paar mögliche Stuhlveränderungen mit ihrer Bedeutung für unsere Gesundheit.

Stuhl ist rot verschmiert

Wenn Sie am Toilettenpapier oder direkt am Stuhl frischrote Flecken sehen, dann haben Sie wahrscheinlich Hämorrhoiden. Beim starken pressen kann der Stuhl die dünne Haut der geschwollenen After- Venen aufreißen und das venöse Blut tritt aus. Das ist kein Grund zur Panik. Wenn Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten verbessern, mehr Ballaststoffe zu sich nehmen und Alkohol meiden, verschwinden die Hämorrhoiden meist schnell wieder. Bitte lassen Sie sich trotzdem sicherheitshalber von Ihrem Arzt untersuchen, um einen Darmkrebs auszuschließen.

Stuhl ist ganz dunkel fast schwarz

Wenn Ihr Stuhl auf einmal fast schwarz ist und wie Teer aussieht, dann könnte eine Einnahme von Eisenpräparaten daran schuld sein. Wenn Sie keine Eisenpräparate einnehmen, dann ist z.B. ein blutendes Magengeschwür eine wahrscheinliche Ursache und Sie müssen einen Termin beim Arzt machen.

Stuhl schwimmt (und stinkt)

Der ideale, Stuhl, der ja wie ein Torpedo geformt ist, sollte in einem Klosett mit Wasserspiegel immer untergegangen sein. Wenn Nahrungsbestandteile wie z.B. Fette nicht voll verwertet werden, können diese eine Gärung mit Fäulnisbakterien und Pilzen (Candida) verursachen. Der Stuhl kann dann  hellbraun bis gelblich sein, eine pastöse Konsistenz aufweisen und wegen der Gärgas-Bläschen wird er im Wasser nicht ganz untergehen. Die Gärgase machen sich auch durch den Geruch bemerkbar. Je mehr unverwertete Eiweiße im Stuhl enthalten sind, desto schlimmer ist der Geruch. Auch die Einnahme eines Schlankmachers, der die Fettaufnahme hemmt, kann einen solchen Stuhl verursachen. Die Fäulnis findet entlang des gesamten Dickdarms statt und belastet den Organismus sehr. Die Ernährung muss dringend umgestellt werden. Die gesättigten Fette, das Zuviel an Eiweiß und die schnellen Zucker müssen entsprechend zurückgefahren werden.

Nichts geht? Hasenkot? Verstopfung!

Wenn Sie nur selten Stuhlgang haben, vielleicht nur ein bis zwei mal wöchentlich, dann müssen Sie sich folgende Fragen stellen. Wie viel esse ich? Nehme ich vielleicht nicht nur zu wenig Nahrung, sondern auch zu wenig Pflanzenfasern und Ballaststoffe zu mir? Trinke ich zu wenig? Bin ich nervlich ständig angespannt und verkrampft? Die Einnahme von Ballaststoffen und das Trinken von bis zu 2 Litern Wasser täglich hilft meist schon sehr. Der Stuhl der tage- bis wochenlang im Darm liegt kann ansonsten sehr toxische „Verwesungsgifte“ bilden, die dann auch noch in Ruhe in den Körper aufgenommen werden können. Meine Frau, die in unserer Praxis viele hundert Colon-Hydro-Therapien durchführte, bei denen der Dickdarm quasi "ausgewaschen" wird, fand im abgehenden Wasser oft uralte "Kotsteine". Diese können Monate oder sogar Jahre alt sein und kleben in Ausstülpungen des Dickdarms. Die normale Darm-Verweilzeit unserer Nahrung liegt zwischen 12 und 38 Stunden. Essen Sie doch einmal (Dosen-) Mais z.B. als Salat. Da die gelben Schalen des Mais für uns nicht verwertbar sind, können Sie am Stuhl sehen wie lange die Verweildauer war. Je länger der Stuhl im Dickdarm bleibt, desto mehr Wasser wird resorbiert und desto trockener und härter wird die Ausscheidung und desto langwieriger wird die Sitzung.

Zu breiig oder flüssig? Nicht geformt? In Fetzen mit viel Gasabgang? Durchfall!

Wenn man die Sekretion der Speicheldrüsen, der Magenschleimhaut und der Bachspeicheldrüse zusammen nimmt, dann produziert Ihr Verdauungssystem etwa 8 Liter Flüssigkeit am Tag. Diese Flüssigkeit wird direkt aus Ihrem Blutplasma hergestellt und das meiste davon wird im Dickdarm wieder in das Blut zurück aufgenommen. Schleimhautreizungen und Gärgifte können dazu führen, dass zu wenig Flüssigkeit zurück resorbiert wird. Ihr Stuhl ist dann entsprechend breiig bis flüssig. Die Flüssigkeit die Sie trinken spielt dabei kaum eine Rolle. Sie wird Großteils schon im Magen und oberen Dünndarm aufgenommen. Der Rest hilft, dass der Nahrungsbrei nicht zu kompakt ist. So kommen die Enzyme und Darmbakterien in besseren Kontakt mit den einzelnen Nahrungsteilchen. Bei Darminfektionen (Viren, Parasiten, pathogene Bakterien), Darmreizungen oder starker Fäulnis wird die Darmpassage-Zeit verkürzt und das Wasser im Dickdarm nicht mehr im normalen Umfang resorbiert. Dies ist auch eine Schutzfunktion des Körpers, der die Aufnahme von Infektionsgiften über dieses Wasser zu vermeiden sucht. Das Resultat sind Durchfälle und breiige Stühle.

Bleistiftstuhl

Dünn ist definitiv „in“, ob bei der Figur, dem Handy oder dem Fernseher. Wenn es aber um die Ausscheidung geht ist ein bleistift-dünner  Stuhl manchmal ein Vorbote von Erkrankungen wie Darmkrebs oder dessen Vorläufer dem Darmpolypen. Sie müssen also beim ersten Bemerken eines Bleistiftstuhls einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen. Aber es muss nicht gleich so dramatisch werden. Auch eine Schwellung des Venengeflechts um den Enddarm kann zu Bleistift-Stühlen führen. Dies ist oft dann der Fall wenn die Leber überlastet ist. Das Venengeflecht am Enddarm wird dann gereizt und verdickt . Geschwollene Venen dieses Geflechts werden als innere Hämorrhoiden bezeichnet. Auch hier ist eine medizinische Abklärung angesagt, obwohl oft schon ein Alkoholverzicht und eine kurze Fastenperiode schnelle Hilfe bringen. Meine Tante Dori stellte sich selbst Zäpfchen aus Schweinefett her, das sie mit Ringelblumen- und Rosskastanien-Extrakt mischte, zu Zäpfchen formte und im Gefrierfach hart werden lies. Sie schwörte darauf. Mein Ansatz ist eher, die Reaktionen des Körpers wie die Warnlämpchen eines Armaturenbretts zu sehen und geeignete Verhaltensveränderungen einzuleiten, bis das Symptom wieder verschwindet.

Die Farbe des Stuhls ist sehr hell oder grau

Dies ist ein Hinweis dafür dass im oberen Verdauungstrakt eine Blockade besteht. Entweder der Gallensaft oder der Pankreassaft oder beide können nicht in genügenden Mengen dem Verdauungsbrei zugefügt werden. Ursache hierfür könnte eine Steinbildung in den abführenden Gallegängen sein. Das gehört auch in die Hände eines Arztes.

Der kleine Trost: Sie sind nicht allein! Weit mehr als die Hälfte meiner Patienten hatten chronische Probleme mit dem Verdauungstrakt. Viele hatten schon lange Leidenszeiten hinter sich und nahmen zum Teil schon seit Jahrzehnten Medikamente ein. Dabei lösen viele dieser Medikamente zusätzlich Probleme aus. Ein Säureblocker, der die Bildung von Magensäure blockiert, greift eben tief in die Verdauung ein und behindert zum Beispiel die Aufschlüsselung von Eiweißen. Unverdaute Eiweiße führen im Dickdarm dann zur Fäulnisbildung mit Freisetzung von Ammoniak, Indol, Skatol und anderen Fäulnisgiften. Die Gabe eines Mittels das den Durchfall blockt, heilt auch nicht die Darmreizung oder Allergie, die hinter dem Durchfall steht. Sie hält lediglich den Stuhl länger fest, was dazu führt, dass z.B. bakterielle Gifte, die eigentlich schnell ausgeschieden werden sollen, vermehrt aufgenommen werden können.

Und schließlich müssen wir bedenken, dass Verdauungsprobleme weitreichende Folgen für den gesamten Organismus haben können. So wird in der Wissenschaft diskutiert ob Allergien, Arthritis, Auto-Immun-Erkrankungen, Ekzeme, Akne, chronische Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Autismus, Demenz, Krebs und vieles mehr ihre Ursache in einem chronisch gestörten Verdauungssystem haben.

Ein optimal funktionieredes Verdauungssystem ist jedoch ein Quell von Gesundheit und Lebensfreude und jede Aufmerksamkeit unsererseits wert.

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