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Der Darm und sein Einfluß auf unsere Gesundheit

Nicht nur Beschwerden des Verdauungstrakts konnten in unserer kleinen Studie positiv beeinflusst werden. Die Probanden welche psychische Belastungen angaben konnten folgende Verbesserungen erreichen (in Prozent): depressive Verstimmung 71%, Unruhe 71%, Konzentrationsstörungen 47%, Mangel an Lebenslust 68%, mangelndes Selbstwertgefühl 63% und aggressive Stimmungslage 71 %. Wie kann es sein, dass der "Umbau" der Darmflora Einfluss auf unsere Persönlichkeit und unsere Stimmungslage haben kann?

Das Darm-Gehirn

Unser Verdauungstrakt, vom Mund bis zum After, ist mit einem eigenen Nervensystem ausgestattet. Dieses Nervensystem besteht aus 180 Milliarden Neuronen und besitzt damit ebenso viele Nervenzellen wie das Gehirn einer Katze oder eines Hundes. Diese Nervenzellen überwachen und steuern alle Verdauungsabläufe, ohne dass unser Gehirn davon etwas mitbekommt. Gelegentlich spüren wir, meist in Ausnahmesituationen wie Verliebt Sein oder Prüfungsangst, auch entsprechende Bauchempfindungen und sehen daran, wie unser Gehirn mit dem Nervensystem des Magen-Darm-Traktes in Verbindung steht. Die meisten der Vorgänge in unserem Darmtrakt bekommen wir jedoch nicht zu Bewusstsein. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie keinen Einfluss auf unser Unterbewusstsein haben- im Gegenteil! Unser Verdauungstrakt arbeitet weitestgehend selbständig und benötigt kaum Hilfe von unserem Gehirn. Das Nervensystem des Verdauungstrakts ist das Ältere im Vergleich zum Gehirn. Erst gab es mehrzellige Lebewesen mit einem Verdauungskanal. Die Nervenzellen entlang dieser Verdauungsröhre entwickelten sich zu einem komplizierten, miteinander verbundenen Geflecht. Einem praktisch selbstständigen „Gehirn“, das uns als „Enterisches Nervensystem“ immer noch zur Verfügung steht. Die Funktionen des Verdauens mussten damit nicht von einem später entwickelten Reptiliengehirn (Hirnstamm), oder der noch später entwickelten Großhirnrinde gesteuert werden. Dies ermöglichte erst die Entwicklung unserer Intelligenz. 

Das Enterische Nervensystem

Das Enterische Nervensystem ist mit unserem Zentralnervensystem (Gehirn) über den Vagus Nerv verbunden. Der Vagus Nerv ist ein dickes Nervenbündel das vom Hirnstamm entspringt und entlang der Vorderseite unserer Wirbelsäule läuft. Er verzweigt sich im Bauchraum in abertausend Bahnen. Der Vagus ist also eine Art Telefonleitung zwischen diesen beiden Gehirnen. In diesem Kabel befinden sich viele tausend Fasern, welche Informationen leiten. Die Fasern des Vagus Nervs sind dabei wie Einbahnstraßen. Sie können die Informationen entweder von oben nach unten oder von unten nach oben leiten. Interessant dabei ist, dass 90 Prozent der Fasern für die Informationsleitung vom Darm an das Gehirn zuständig sind. Nur 10 Prozent leiten Informationen vom Gehirn an den Darm. Es scheint, als ob das Gehirn viel mehr Input vom Enterischen Nervensystem braucht als umgekehrt.

Die Rolle der Darmbakterien

Eine der Aufgaben des Enterischen Nervensystems ist das Management der an der Darmschleimhaut lebenden Bakterien (Darmflora). Altbekannte Aufgaben unserer natürlichen Darmflora sind der Schutz vor eindringenden Erregern und das Training unseres Immunsystems. Erst kürzlich kamen Erkenntnisse hinzu, die besagen, dass die Darmflora nicht nur direkten Einfluss auf das Enterische Nervensystem (Bauchhirn) ausübt, sondern dass laufend Informationen über den Status dieser Darmflora an unser Gehirn gemeldet werden. Die Darmbakterien beeinflussen also direkt unser Gehirn! Wir tragen fast hundertmal mehr Bakterien mit uns herum als wir Körperzellen haben. Das Gewicht allein dieser Darmbewohner ist insgesamt 1,5 bis 2 Kilogramm. In diesen Bakterien befindet sich genetisches Material (DNA), das 10mal umfangreicher ist als der Genschatz aller unserer Zellen zusammen genommen. Wir wissen inzwischen, dass unsere Stimmungen, unsere Persönlichkeit und unser genereller Gesundheitszustand von diesen Bakterien beeinflusst werden. In Versuchen mit Mäusen konnte gezeigt, werden, dass das Verhalten einer Maus auf eine andere Maus übertragbar war, indem man nur die Darmflora der einen ins Futter der Anderen gab. Kirsten Tillisch vom „Center for Neurobiology of Stress“ der Universität von Los Angeles gab sechzig gesunden Frauen 14 Tage lang eine Lösung mit probiotischen Darmbakterien und stellte danach eine verringerte Stressreaktion im Gehirn der Probandinnen fest. Die Darmbakterien scheinen auch einen Einfluss darauf zu haben, welche unserer genetischen Anlagen zur Ausprägung kommen. Übertragen auf uns Menschen könnte dies z.B. bedeuten, dass die genetische Anlage einer Fettleibigkeit sich stärker ausprägt, wenn bestimmte Darmbakterien vorhanden sind oder fehlen. So konnte z.B. bei Mäusen gezeigt werden, dass Tiere welche das Bakterium Ackermannsia mucosiphila im Darm hatten, weniger schnell dick wurden, als genetisch gleiche Mäuse ohne diesen Darmkeim. Wenn man nun das Bakteriengemisch aus dem Kot der schlanken Mäuse an die dicken Mause verfütterte, nahmen auch diese Gewicht ab. Das heißt, dass die genetische Variabilität zur Ausprägung einmal einer „besseren“ und einmal einer schlechteren Fettverwertung führte und das nur durch das Vorhandensein eines Bakteriums im  Darm. Ein wissenschaftlicher Artikel aus der Zeitschrift SCIENCE besagt, dass Übergewicht, verstärkter Appetit und erhöhte Insulinresistenz von einer Maus auf eine Andere übertragen werden kann, indem man einen Bakterienauszug aus dem Kot der Einen an die Andere verfüttert.

"Das dritte Gehirn?": Darmbakterien beeinflussen unsere Persönlichkeit und unser Verhalten.Bakterien

Auch Aspekte der Ausprägung unseres Verhaltens könnten von Bakterien gesteuert werden. So konnte aggressives Verhalten von einer Mauspopulation (Swiss Mice) auf eine sanftmütigere Rasse, nur durch die Verfütterung von deren Darmflora erreicht werden. Manche Wissenschaftler nennen die Darmflora unser „drittes Gehirn“. Es gibt zwischen 400 und 1000 verschiedene Arten von Darmbakterien, die wohl auch eine komplexe Kommunikation untereinander haben. Kennen Sie die Erfahrung, dass Sie ein bestimmtes Nahrungsmittel zu sich nehmen und innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten Ihr Darm reagiert? Ich kenne das, wenn ich z.B. rohe Zwiebeln esse. Schon in weniger als einer Minute habe ich Blähungen und Winde - obwohl von dem Zwiebel lange noch nichts im Dickdarm angekommen ist. Die Bakterienflora des Mundes steht jedoch wahrscheinlich direkt mit der Darmflora in Verbindung und funkt denen, dass ein roher Zwiebel unterwegs ist. Diese reagieren wegen der bekannten Überempfindlichkeit schon so, als ob die Zweibelbestandteile schon bei ihnen angelangt wären.

Unser erster Kontakt mit Bakterien ist normalerweise im Geburtskanal. Die Mundschleimhaut des bis dahin noch sterilen Fötus kommt mit den Milchsäurebakterien der mütterlichen Scheide in intensiven Kontakt. Es findet eine Beimpfung statt, deren bakterieller Grundtypus sich ein Leben lang hält. Bei Kaiserschnittgeburten ist das Stillen ein guter Weg, gesunde und wichtige Milchsäurekeime von der Brust aufzunehmen. Eine zu intensive Hygiene ist auch hier eher schädlich. In Studien wurde nachgewiesen, dass das Stillen das Risiko an Asthma zu erkranken reduziert. Menschen die mehr als 12 Monate gestillt wurden sind, laut anderer Studienergebnisse davor geschützt, später an Rheuma zu erkranken. Eine weitere Studie zeigte, dass kürzeres Stillen mit höherer Wahrscheinlichkeit an ADHS zu erkranken zu korrelieren scheint.

Viele kürzlich veröffentlichte Studien haben den Einfluss von probiotischen Keimen auf unser Verhalten untersucht. Der Keim Bifido infantis 35624 zeigte vielversprechende Ansätze in der Behandlung von Depressionen. Auch hilft dieser Keim anscheinend Patienten mit Reizdarm. Der Keim Lactobazillus rueteri wird wegen seiner angstlösenden und abwehrregulierenden Wirkung intensiv untersucht. Dabei wurde z.B. auch eine Hemmung des Tumor-Nekrose-Faktors TNF-a festgestellt. Sowohl der Lactobazillus reuteri als auch der Lactobazillus rhamnosus haben einen mehrfach bestätigten Einfluss auf die Aktivität des Neurotransmitters GABA in unserem Gehirn. Bei Lactobazillus helveticus und Bifidobakterium longum sind schon länger positive reduzierende Einflüsse auf Stressreaktionen, Angst und Depression bekannt. Zweifellos werden wir in naher Zukunft noch viel mehr Ergebnisse erfahren, wie Darmbakertien unser Verhalten beeinflussen.

Darmbakterien und Energieproduktion- die Rolle der rechtsdrehenden Milchsäure

Die Milchsäurebakterien in unserer gesunden Darmflora produzieren idealer Weise genügend rechtsdrehende Milchsäure. Diese schafft nicht nur einen idealen pH-Wert im Verdauungskanal, der im Dünndarm zwischen 5,5 und 6 und im Dickdarm zwischen 6 und 6,5 liegen soll. Nein, sie hat jede Menge andere positive Einflüsse auf unsere Darmgesundheit und unser generelles Wohlbefinden. Kurz gesagt liegt der Haupteffekt der Wirkung der natürlichen rechtsdrehenden Milchsäure in der Vermehrung der Anzahl und Aktivität unserer Mitochondrien. Diese Zellkraftwerke stellen alle Energie her, die für die verschiedensten Funktionen in unserem Organismus gebraucht wird. Ohne diese Energie (in Form von ATP) können sich unsere Muskeln nicht kontrahieren, können die verzehrten Nährstoffe nicht in den Stoffwechsel aufgenommen werden, können sich unsere Zellen nicht entschlacken, können unsere Zellstrukturen nicht gebaut werden und unsere Gedanken nicht gedacht werden. Das ATP ist praktisch die Energie-Währung unseres Körpers. Es wird für alle Funktionen benötigt und deshalb ist es oft knapp. Wir fühlen uns müde und viele Arbeiten unseres Stoffwechsels (z.B. Entgiftung) bleiben liegen.

Wenn unsere Muskeln einem Training ausgesetzt werden dann passiert eigentlich vor allem Eines: es werden mehr Mitochondrien gebaut. Dadurch hat eine Muskelzelle eines Leistungssportlers bis zu 1000 mal mehr Mitochondrien als die eines Stubenhockers. Auslöser dieser Vermehrung ist die im Muskel bei Anstrengung produzierte rechtsdrehende Milchsäure. Wenn man nun weiß, dass die Leber unser wichtigstes Stoffwechselorgan ist (sowohl z.B. für den Aufbau von Eiweißen als auch für die Entgiftung) und dass das Gewicht einer gesunden Leberzelle zur Hälfte aus Mitochondrien besteht, dann könnte man sagen, dass die Hälfte der Leber nur dafür da ist  unseren gesamten Körper mit Energie zu versorgen. Diese Energieproduktion ist das zentrale Stoffwechselgeschehen. 

Wenn man nun bedenkt, dass die Leber direkt das Blut aus unserem Darm zugeliefert bekommt, dann wird klar: in unserem Darm sollte immer genügend rechtsdrehende Milchsäure von den Bakterien produziert werden. Der Darm übernimmt für die Leber, was das Training für die Muskeln bedeutet. Da die Leber selber keine rechtsdrehende Milchsäure erzeugen kann, brauchen ihre Mitochondrien die Stimulation über die Milchsäure aus dem Dickdarm. Wenn aber in unserem Darm, auf Grund verschiedenster Störungen kaum Laktobazillen (Milchsäurebakterien) leben und so kaum rechtsdrehende Milchsäure hergestellt wird, dann ist einleuchtend, dass die orale Zufuhr von rechtsdrehender Milchsäure diese Funktion übernehmen kann. Was im Darm fehlt, muss halt erst mal eingenommen werden. Durch die dadurch eingeleitete vermehrte Energieproduktion wird auch die Darmgesundheit verbessert. Je nach Ernährungsgewohnheiten und Dauer der zuvor bestehenden Fehlregulation kann diese Umstellung aber einige Monate in Anspruch nehmen.

Gott sei Dank müssen wir unserem Organismus nicht sagen, wofür er die vermehrte Energie verwenden soll; das weiß er schon selbst. Wie gesagt, alle Abläufe in unseren Organen und Zellen benötigen Energie. Bei jedem chronisch belasteten Organismus ist aber eine andere „Arbeit“ liegen geblieben, die dann wieder aufgenommen werden kann wenn wieder genügend Energie (ATP) vorhanden ist. Deshalb gibt es bei der Einnahme von rechtsdrehender Milchsäure auch in einzelnen Fällen eine sogenannte „Heilkrise“, bei der kurz Symptome auftauchen, dann aber schnell wieder verschwinden. Die Energiezunahme ist bei Einnahme von natürlicher rechtsdrehender Michsäure oft schon sehr schnell spürbar. In unserer kleinen Studie wurden z.B. folgende Verbesserungen angegeben (Verbesserung in Prozent): Mangel an Lebenslust 76,5%, müde nach dem Essen 56,6%, Konzentrationsstörungen 46,7%, Müdigkeit 46,8%.

Kleiner Nachsatz: Das Verdauungstierchen

Die Gedanken über unseren intelligenten Verdauungstrakt haben mich stark beeinflusst und mein Verhalten hat sich geändert. In unserem Bauch sitzt ein intelligentes Urzeitwesen das auf Reize reagiert und diese verarbeitet. Viele unserer Ängste und Träume stammen meiner Überzeugung nach von diesem Wesen, das im Dunklen lebt. Der Satz: unser Bauch enthält ebenso viele Nervenzellen wie eine Katze oder ein Hund hat mich nicht mehr los gelassen. Ich stelle mir jetzt immer wieder vor, dass mein Darm wie eine kleine Hundewelpe oder ein kleines Kätzchen ist, das mir auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist und für dessen Wohlergehen nur ich verantwortlich bin. Es kann mich zwar manipulieren, zum Beispiel wenn es vor Hunger bettelt, aber schließlich ist es doch meine Hand die es füttert. Früher habe ich das Tierchen mit unpassender Nahrung (zu süß, zu fett) traktiert, oder mit ungenießbarem Zeug wie z.B. Whiskey, großzügig belastet. Jetzt denke ich mehr darüber nach, was mein Verdauungs-Tierchen braucht und was eher eine Belastung ist. Haben Sie ähnliches erlebt?

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